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Volvo und Geely

Wenn im September die letzte Rate überwiesen wird und die Politiker in China und Europa endgültig zustimmen, dann wird Volvo als erster westlicher Automobilhersteller zu einem chinesischen Konzern gehören.

Man könnte fast sagen, dass ein Stück Schweden dann chinesisch wird, denn Volvo ist mit der schwedischen Gesellschaft ebenso verbunden, wie VW mit der deutschen.

War der Volvo in Schweden eher das Auto des sozialdemokratischen Mittelstands, so wurde er im Ausland schnell zum Fahrzeug für Künstler, Gelehrte und Freiberufler und vermittelte stets ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Ein Auto, dem man seine Familie anvertraut.

Heutzutage sind aber die damaligen Ideale von Volvo überholt. Qualität zählt wenig, wenn das Auto als Statussymbol und Symbol der idealisierten Person des Fahrers gesehen wird.
Und vielleicht hatte Volvo da ja den Anschluss verpasst!? Auf der anderen Seite hörte man in der letzten Zeit auch immer wieder, dass ein Volvo heute kein richtiger Volvo mehr sei.

Volvo S80 © flickr/SoulRider.222

Unbestritten ist aber, dass sich das Auto heute zum idealen Konsumgut und besten Beispiel für den Kapitalismus entwickelt hat. Es ist teuer, kompliziert, verschleißt zuverlässig und schnell und seine Herstellung setzt Kapital in enormer Höhe voraus.

Alle großen Automobilhersteller sind deshalb auch zu internationalen Unternehmen geworden und neben den materiellen Produkten spielen Finanzgeschäfte eine zunehmend größer Rolle, so dass man beide nicht einmal mehr trennen kann.

Hersteller planen 5-10 Jahre im Voraus, um dann in größtmöglicher Serie bauen zu können. Dies ist trotz der möglichen Überkapazitäten günstiger, als Produktionsanlagen zu verändern.

Was aber nun ab September aus Volvo werden wird, muss sich zeigen. Sicher hat Geely die Traditionsfirma nicht gekauft, um chinesische Autos in China herzustellen. Eher ist wohl zu erwarten, dass Geely international konkurrenzfähig werden will.

Hoffentlich werden also bei Volvo bald wieder typische Volvomodelle gebaut, denn die elf Jahre als Ford-Tochter waren für die schwedischen Ingenieure  ja schon nicht besonders glücklich.
Im Augenblick ist das erfolgreichste Modell in China ist übrigens der S80, den es dort in verlängerter Version gibt, und in schwedischen Zeitungen war zu lesen, dass Geely in zwei Jahren allein in China 150.000 Volvos verkaufen will. Ein weiteres Ziel sei es BMW, nicht nur in China sondern weltweit, zu überflügeln.